Die Weinbergschnecke ist in Europa beheimatet und gilt als die geschmackvollste und edelste unter den in der Welt gezüchteten Schneckenarten. Ihr Fleisch besitzt einen hohen Proteinwert, ähnlich dem von Fisch, dabei weist es nur einen geringen Fettanteil, also äußerst wenig Cholesterin auf. Der Konsum essbarer Schnecken dürfte schon prähistorischen Ursprungs sein. Selbst die Römer liebten Schnecken, besonders in Milch eingelegte Schnecken waren wegen ihrer anregenden Wirkung sehr gefragt.
Im europäischen Mittelalter erhielt die Schnecke aus anderen Gründen besondere Bedeutung. Nach der Bibel sind Schnecken weder Fisch noch Fleisch und dürfen daher auch während der Fastenzeit gegessen werden. Auf diese Weise kam es zur Entstehung einer Vielzahl von Schneckengärten vor allem in der Umgebung von Klöstern.
Schnecken sind aus den traditionellen Küchen Frankreichs, Italiens, Spaniens und Griechenlands nicht wegzudenken. So durften sie auch im ursprünglichen Rezept der Paella nicht fehlen. Doch auch in Deutschland und Österreich gibt es zahlreiche traditionelle Schneckengerichte, Wien war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts eine Hochburg der Schneckenfreunde, hier waren sie vor allem als Fastensspeise hoch geschätzt.
Die Helix Pomatia ist der Familie der Schnirkelschnecken zugeordnet. Sie erreicht im ausgewachsenen Zustand eine Länge von bis zu 8 cm. Das graue bzw. gelbbraune Kalkgehäuse wirkt fast kugelig. Beim erwachsenen Tier besteht es aus 5 Umgängen und ist ca. 4 cm groß. Im Schneckenaufbau sind zu untergliedern: Gehäuse, Fuß, Eingeweidesack mit Mantelhöhle, Kopf. Der Fuß ist ein stark von Muskeln durchsetzter Körperteil, der hinten zu einer Spitze ausläuft. Die wichtigsten Sinnesorgane und Ausfuhröffnungen befinden sich am Kopf der Schnecke. Durch Zusammenziehen und Strecken der Muskulatur des Fußes wird die wellenförmige Kriechbewegung ermöglicht.
Nach 2- 3 Jahren wird die Fortpflanzungsfähigkeit erreicht. Obwohl Weinbergschnecken Zwitter sind paaren sie sich zur Befruchtung ihrer Eier. Im Mai bis Juni erfolgt die ein- bzw. auch mehrmalige Eiablage in vorher gegrabenen Erdlöchern, wobei die Gelege jeweils 40 - 60 Eier enthalten. Nach ca. 30 Tagen schlüpfen die Jungschnecken. Zur Überwinterung graben sich Weinbergschnecken ein und deckeln sich anschließend zu. So können sie problemlos sämtliche Härten des Winters überstehen. Das durchschnittliche Lebensalter beträgt 8-10 Jahre.